Nutzen im Praxisalltag

Hausärzte, die sich am FIRE-Projekt beteiligen, leisten nicht nur einen wertvollen Beitrag zur Forschung, sondern profitieren von einem alle zwei Monate erstellten Feedbackreport. Dieser enthält Statistiken, die die klinische Tätigkeit widerspiegeln und «benchmarken», d.h. die Werte aus der Praxis eines Hausarztes werden ins Verhältnis zur Gesamtheit aller teilnehmenden Kollegen gesetzt.

Kennzahlen auf einen Blick

Zum Beispiel können auf diese Weise die in einer Praxis behandelten Diabetiker hinsichtlich verschiedener Parameter mit denen der Kollegen verglichen werden. In welchen Altersgruppen sind Diabetes-Erkrankungen wie häufig vertreten? Wie sieht die Verteilung bei den Geschlechtern aus? Wie viele Neuerkrankungen gibt es jährlich? Ob die eigene Praxis damit dem allgemeinen Trend folgt oder es bei verschiedenen Parametern Abweichungen im Vergleich zur Gesamtheit gibt, lässt sich somit schnell herausfinden. Die Ärzte können also die Quantität ihrer Arbeit und die Qualität ihrer medizinischen Dokumentation kritisch evaluieren und in anonymisierter Form mit Kollegen vergleichen.

Episodes of Care

Die Datenbank ist als kontinuierlich wachsender Datenpool angelegt, in dem die Daten nach Datum der Konsultation, Behandler, und einer anonymen Patientenkennnummer gruppiert und gespeichert werden. Dies ermöglicht die Abbildung von zusammenhängenden Behandlungsverläufen über die Zeit, sogenannten «Episodes of Care». So könnten Sie zum Beispiel zu jeder Zeit nachvollziehen, bei wie vielen Diabetikern Sie in einem bestimmten Zeitabschnitt eine Blutentnahme für eine HbA1C Kontrolle durchgeführt haben. Damit stellt der Feedbackreport neben den wertvollen Vergleichsmöglichkeiten mit der Gesamtheit aller teilnehmenden Praxen auch eine wesentliche Diskussionsgrundlage für Qualitätszirkel und praxisinternes Qualitätsmanagement dar.

Services für FIRE-Teilnehmer

Haben Teilnehmer konkrete Fragen, die über die Analysen im Feedbackreport hinausgehen, können sie jederzeit eine Anfrage ans FIRE-Team des IHAMZ stellen. Die Fragen werden auf der FIRE-Datenbasis schnellstmöglich beantwortet und initiieren allenfalls sogar ein neues Forschungsprojekt. Besonders Gruppenpraxen und Ärztenetze werden hier mit ihren spezifischen Auswertungs-Bedürfnissen berücksichtigt. Natürlich stehen den Teilnehmern alle Publikationen, die in Zusammenhang mit FIRE stehen, zur Verfügung. Darüber hinaus werden wissenschaftliche Symposien, Fortbildungen und Schulungskurse angeboten, in denen es um die wissenschaftliche Nutzbarkeit von FIRE und die Integration in den Alltag geht.

Viel Wert wird auf den persönlichen Kontakt gelegt: Wenn es Probleme mit dem Datenexport gibt oder jemand neu eingewiesen werden möchte, helfen wir gerne – telefonisch oder bei einem Besuch in Ihrer Praxis. Wir stehen jederzeit gern mit Tipps und Rat zu Ihrer Verfügung.