Bedeutung für die Forschung

FIRE – ein Beitrag zur Forschung in der Hausarztmedizin

Zurzeit stehen der medizinischen Forschung kaum Daten aus der ambulanten Medizin zur Verfügung. Dies, obwohl der grösste Teil der Patientinnen und Patienten im Schweizer Gesundheitssystem nicht im Spital, sondern ambulant behandelt wird. Krankenakten von Hausärztinnen und Hausärzten (HÄ) stellen in diesem Kontext eine wichtige Datenquelle dar, deren flächendeckende Auswertung wichtige Erkenntnisse über die Morbidität und klinische Fragestellungen liefern könnte. Heutzutage ermöglichen elektronische Krankengeschichten (eKG) theoretisch eine leichte und schnellere Datenauswertung als Papierakten. Praktisch ist dies jedoch noch nicht möglich, weil die verfügbaren eKG-Softwares selber keine oder nur beschränkten Möglichkeiten zur Auswertung erfasster medizinischer Daten bieten.

Wegweisendes Pilotprojekt

FIRE entwickelte in Zusammenarbeit mit den jeweiligen eKG-Anbietern (siehe Informationen für FIRE-Interessierte) ein Export-Tool (Schnittstelle), welche die Patientendaten anonymisiert aus den eKGs der teilnehmenden HÄ exportiert und in der FIRE-Datenbank speichert. Es handelt sich um einen kontinuierlich wachsenden Datenpool, der es ermöglicht, ambulante Versorgungsverläufe über die Zeit zu verfolgen und die Versorgungsqualität mittels Quälitätsindikatoren (QI) miteinander zu vergleichen.

Damit stellt die FIRE-Datenbank eine schweizweit einmalige und international bedeutsame Datenquelle dar, die es erlaubt, klinische und epidemiologische Fragestellungen aus der Hausarztmedizin zu beantworten sowie die Versorgungsforschung und -qualität in der Schweiz weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Fokus der Forschung

  • QIs der hausärztlichen Versorgung
    (Publikationen 4, 6 8, 9, 10, 11, 12, 15, 16, 17, 19, 22, 23, 25, 26, 27)
  • Messung und Monitoring der Behandlungsqualität
    (gleiche Publikationen wie oben)
  • Health service research
    (Publikationen 13, 14, 18, 20, 21)
  • Deskriptive und analytische Pharmakoepidemiologie
  • Forschung zu Multimorbidität und chronischen Krankheiten
    (Publikationen 2, 3, 5)
  • Morbiditätsstatistiken und -monitoring

Hausärztinnen und Hausärzte bilden die FIRE Study Group

Sämtliche Auswertungen der FIRE-Daten erfolgen auf Projektbasis und werden ausschliesslich von wissenschaftlichen Mitarbeitenden des IHAMZ durchgeführt. Welche Fragestellungen in einem solchen Projekt erörtert werden, entscheidet ein Gremium aus Universitäts- und Hausarztvertretenden. Die teilnehmenden HÄ sind somit aktiv an der Generierung von Forschungshypothesen beteiligt. Alle HÄ, die sich als Datenlieferanten am Projekt beteiligen, gehören der «FIRE Study Group» an. Wissenschaftlich Publikationen, die auf Basis der FIRE-Daten entstehen, werden unter Affiliation des IHAMZ und der «FIRE Study Group» veröffentlicht und stehen allen Mitgliedern zur Verfügung.