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Fokus: Weitere Forschungsprojekte im Bereich Antibiotika

Ein vertieftes Verständnis darüber, wie und warum Antibiotika in der Praxis eingesetzt werden, ist die Grundlage für jede nachhaltige Verbesserung. Das Institut für Hausarztmedizin beteiligt sich daher an einer Vielzahl von Studien, die grundlegende Erkenntnisse zum Antibiotikagebrauch in der Schweiz liefern.

Diese Projekte untersuchen unter anderem Verschreibungsmuster, Entscheidungsprozesse und Einflussfaktoren im hausärztlichen Alltag. Die gewonnenen Daten und Analysen bilden die wissenschaftliche Basis, um zielgerichtete Interventionen zu entwickeln, die den verantwortungsvollen und wirksamen Einsatz von Antibiotika in der ambulanten Versorgung langfristig fördern.

Laufende Projekte

  • Variation in Outpatient Antibiotic Prescribing in Swiss Primary Care
    In Zusammenarbeit mit der HELSANA-Versicherung untersucht dieses Projekt, wie stark sich Antibiotikaverschreibungen in der ambulanten Versorgung zwischen einzelnen Ärztinnen, Ärzten und Praxen unterscheiden und welche Faktoren diese Unterschiede erklären. Durch die Kombination von Versorgungsdaten mit strukturellen Praxis- und Verschreiber-Merkmalen leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Variabilität im Antibiotikaeinsatz in der Schweiz. Ziel ist es, auf Basis dieser Erkenntnisse Strategien zu entwickeln, die eine qualitativ hochwertige, evidenzbasierte und nachhaltige Verschreibungspraxis in der Hausarztmedizin fördern.
     
  • Assessing the Quality of Outpatient Antibiotic Prescribing in Switzerland: A Comparison with European Indicators
    In Kooperation mit der HELSANA-Versicherung untersucht das Projekt die Qualität von Antibiotikaverschreibungen in der ambulanten Versorgung der Schweiz anhand etablierter internationaler Qualitätsindikatoren. Durch den Vergleich mit europäischen Referenzwerten soll sichtbar werden, wie sich die Schweiz im internationalen Kontext positioniert und in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, gezielte Massnahmen zur Förderung eines verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatzes in der ambulanten Medizin zu entwickeln.
     
  • CONTEXT: Context-Oriented Needs To Enhance Quality and eXpertise of Antibiotic Treatments in Swiss Primary Care
    Das Projekt untersucht, welche kontextabhängigen Unterstützungsbedürfnisse Hausärztinnen, Hausärzte sowie Pädiaterinnen und Pädiater in der Schweiz haben, um Antibiotika im Praxisalltag leitliniengerecht einzusetzen. Trotz insgesamt niedrigen Antibiotikaverbrauchs bestehen insbesondere im ambulanten Bereich weiterhin relevante Herausforderungen, etwa durch diagnostische Unsicherheit, Zeitdruck oder Patientenerwartungen. Ziel ist es, mittels einer landesweiten, mehrsprachigen Befragung Unterschiede nach Versorgungssetting (Routine- vs. Notfallversorgung), Infektionstyp und regionalem Kontext systematisch zu erfassen. Auf dieser Basis sollen gezielt massgeschneiderte, praxisnahe Antibiotic-Stewardship-Interventionen entwickelt werden.

Abgeschlossene Projekte

  • Martínez-González NA. et al. (2020), Time Trends and Factors Associated with Antibiotic Prescribing in Swiss Primary Care (2008 to 2020), Antibiotics (Basel). 2020 Nov 23;9(11):837. Artikel
  • Plate A. et al. (2024), Patient leaflets on respiratory tract infections did not improve shared decision making and antibiotic prescriptions in a low-prescriber setting. Sci Rep. 2024 Feb 29;14(1):4978. Artikel
  • Graber SM. et al. (2024), Prescriber-level surveillance of outpatient antimicrobial consumption to enable targeted antimicrobial stewardship: a nationwide observational study, Switzerland, 2015 to 2022, 

    Euro Surveill. 2024 Sep;29(37):2300734. Artikel

  • Stollberg SM. et al. (2025), Discrepancy between antibiotic pack sizes and guideline recommendations: a real-world analysis based on claims data, Infection. 2025 Jun;53(3):1029-1039. Artikel