Digital Health zur Unterstützung von Self Care bei krebsbedingter Fatigue und Schlafproblemen
In zwei klinischen Studien untersuchen wir, wie digitale Tools Menschen mit Krebs dabei unterstützen können, Techniken der Mind Body Medicine zu erlernen und anzuwenden. Konkret werden Akupressur und eine achtsamkeitsbasierte Technik vermittelt, um krebsbedingte Fatigue zu reduzieren und/oder Schlafprobleme zu verbessern.
Durch die Vermittlung dieser Self Care Techniken über ein strukturiertes Online-Training soll der Zugang zu integrativ-onkologischen Ansätzen erleichtert werden. Gleichzeitig wird untersucht, wie persönliche Präferenzen und die individuelle Nutzung die Behandlungsergebnisse beeinflussen. Das Projekt ist partizipativ angelegt und berücksichtigt bereits die spätere Implementierung des Online-Trainings in die onkologische Regelversorgung.
Bessere Unterstützung in der Integrativen Onkologie
Fatigue und Schlafprobleme betreffen einen grossen Anteil von Menschen während oder nach einer Krebserkrankung und beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich. Studien zeigen, dass Self Care Massnahmen aus der Mind Body Medicine wie Akupressur und Achtsamkeit diese Symptome lindern können, insbesondere bei regelmässiger Anwendung.
Die Vermittlung dieser Self Care Massnahmen über digitale Trainingsformate ermöglicht einen standardisierten und zugleich flexiblen Zugang, der sich gut in den Alltag von Menschen mit Krebs integrieren lässt. Darüber hinaus untersucht das Projekt, inwiefern Faktoren wie individuelle Präferenzen, digitale Kompetenz und Geschlecht die Wirksamkeit der Interventionen beeinflussen.
Digital Health Interventionen, um Self Care Massnahmen zu vermitteln
Die Teilnehmenden werden abhängig von ihrem Hauptsymptom (Fatigue oder Schlafprobleme) zufällig einer der beiden Studien zugeteilt. In jeder der beiden Studien wird die Wirksamkeit von Akupressur und der achtsamkeitsbasierten Technik im Vergleich zu einer Kontrollgruppe verglichen.
Die digitale Intervention besteht aus einem sechswöchigen, modular aufgebauten Trainingsprogramm. Die Module vermitteln den Teilnehmenden schrittweise die Self Care Technik und unterstützen sie darin, diese nachhaltig in ihrem Alltag anzuwenden. Dazu werden auch Methoden vermittelt, welche Verhaltensänderungen unterstützen (sogenannte Behaviour Change Techniques).
Bewertung von Wirksamkeit, Engagement und individuellen Unterschieden
Das primäre Ziel der Studie ist es zu prüfen, ob die digital vermittelten Self Care Techniken nach sechs Wochen zu einer Verbesserung der Fatigue bzw. der Schlafprobleme führen. Als Vergleich dient dabei die Kontrollgruppe, , welche die Self Care Techniken nicht gelernt hat.
Ein weiteres zentrales Ziel ist die Untersuchung, ob Teilnehmende stärker profitieren, wenn sie der Self CareTechnik zugeteilt werden, die ihren persönlichen Präferenzen entspricht.
Sekundäre Analysen befassen sich mit dem Nutzungsverhalten im Online-Training, der Adhärenz zu den Self Care Techniken, der Zufriedenheit mit den digitalen Interventionen sowie dem Einfluss von Ausgangsmerkmalen auf die Behandlungsergebnisse.
Explorative Analysen untersuchen darüber hinaus weitere mögliche Einflüsse auf die Wirksamkeit der Intervention.
Unterstützung
Krebsforschung Schweiz KFS-5723-02-2023
ICanSelfCare im Podcast «Wissen gegen Krebs»
Im Podcast «Wissen gegen Krebs» gibt eine Teilnehmerin der Studie einen ehrlichen Einblick, was es bedeutet, Fatigue und Schlafprobleme im Alltag zu erleben. Sie berichtet auch, warum sie sich für die Teilnahme an der Studie entschieden hat.
Förderung
Dieses Projekt wird von der Krebsforschung Schweiz gefördert (KFS-5723-02-2023).
Projektleitung
Advisory Board (in alphabetischer Reihenfolge)
- Mario Gabban
- Matthias Hellberg-Naegele
- Zina-Mary Manjali
- Helga Meier Schnorf
- Alexander Siebenhüner
- Joachim Weis